Rixxe Posted August 6, 2020 Report Posted August 6, 2020 Hallo, ich habe bei der Simulation einer PV Anlage auf meinem Hausdach einen relativ großen Unterschied im spezifischen Ertrag zwischen zwei 330W - Modulen festgestellt. Das AXITEC Modul kam auf 965 kWh/kWp und das Heckert nur auf 919 kWh/kWp. Bei der Auswertung "Energiebilanz PV-Anlage" habe ich dann die wesentlichen Parameter gefunden, die den Unterschied ausmachen (gelb markiert im Foto unten) Wie werden diese Modulparameter ermittelt? Ist es tatsächlich so, dass bei Modulen gleicher Art und Leistung in der Praxis so große Abweichungen resultieren? Quote
developer_fw Posted August 6, 2020 Report Posted August 6, 2020 Hallo Rixxe, für gewöhnlich werden die Modulparameter von den Herstellern selbst in unsere Datenbank eingetragen. Viele der Parameter werden nicht von uns ermittelt, sondern sind produktspezifische Messwerte. Die Reflexionsverluste an der Moduloberfläche werden mit Hilfe des Winkelkorrekturfaktors berechnet und unterschieden sich je nach verwendetem Solarglas. https://help.valentin-software.com/pvsol/2020/berechnungsgrundlagen/pv-module/reflexion-an-moduloberflaeche/ Der Winkelkorrekturfaktor für das Heckertmodul beträgt 0.97, für das AXITEC hingegen 0.995. Diese Unterschiede sehen plausibel aus. Für das Schwachlichtverhalten der Module wird in beiden Fällen das PV*SOL-Modell verwendet. https://help.valentin-software.com/pvsol/2020/berechnungsgrundlagen/pv-module/kennlinienmodelle/ Hier zeigt sich eine deutliche Abweichung des relativen Wirkungsgrads von 3.4%: 0.9489 für das Heckertmodul, 0.983 für das AXITEC. Es ist also richtig, dass bei gleicher Modulnennleistung die verwendeten Komponenten und Parameter eines Moduls eine große Rolle spielen können, was Dein Beispiel sehr gut verdeutlicht. Ein zweiter Blick auf die Qualitäten eines Moduls lohnt also. Beste Grüße, Frederik Quote
Rixxe Posted August 6, 2020 Author Report Posted August 6, 2020 Hallo Frederik, das ist echt krass! Vielen Dank für die Erläuterungen. Das Problem ist, dass die Datenblätter der Module solche Daten ja gar nicht hergeben. Im ersten Augenblick hat man erst mal nur die Nennleistung im Blick. Aber dafür gibt es ja dann PVSOL Viele Grüße, Wolfgang Quote
ageffCK Posted July 27 Report Posted July 27 Zu diesem Thema - beim AIKO 480 Wp (MCE54Db) ist zB ein Winkelkorrekturfaktor von 100% hinterlegt. Kann das wirklich sein oder ist das eine beschönigende Darstellung vom Hersteller? Das macht den Vergleich mit Modulen die einen "echten" Winkelkorrekturfaktor hinterelegt haben, sehr schwer... Quote
hotline_oh Posted yesterday at 09:22 AM Report Posted yesterday at 09:22 AM Hallo, vielen Dank für deine Anfrage. Der Winkelkorrekturfaktor wird nicht von uns berechnet, sondern muss vom Modulhersteller im Datensatz des PV-Moduls für einen Einfallswinkel von 50° hinterlegt werden. Wie bei vielen anderen Parametern auch, besitzt der Winkelkorrekturfaktor jedoch keinen festen Wert, sondern ist vom jeweiligen Einfallswinkel abhängig. Bei modernen Modulen liegt der Wert für einen Einfallswinkel von 50° bei etwa 100 %. Er ist zwar meist etwas niedriger, aber gerundet ist dieser Wert korrekt. Für eine präzise Simulation müsste eigentlich eine Kennlinie berücksichtigt werden; dies ist jedoch derzeit nicht vorgesehen. Das Thema wurde zwar bereits diskutiert, aber bislang noch nicht umgesetzt. Quote
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